Schule und Bildung

Gute Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe jedes Menschen. Talente und Begabungen haben nichts mit der sozialen Herkunft und der materiellen Situation der Familie zu tun. Trotzdem hängt der schulische Erfolg in Deutschland stark von der Herkunft der Kinder ab. Ich möchte als Landrat im Rahmen meiner Möglichkeiten dazu beitragen, dass dieser Zusammenhang durchbrochen wird. Denn schließlich ist gute Bildung ein Schlüssel zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit einer Region. Gleiches gilt auch für gute Bildungseinrichtungen, denn dort, wo es gute vorschulische und schulische Einrichtungen gibt und auch ein gutes Weiterbildungsangebot, lassen sich Familien nieder.

Millionenprogramm für Schulbaumodernisierung und Ausstattung

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg stellt mit seinen 81 Schulen ein differenziertes und wohnortnahes Schulangebot sicher. Mit einem Millionenprogramm sorgt der Landkreis als Schulträger dafür, dass Schulen und Unterrichtsräume sich an den Anforderungen moderner Pädagogik orientieren und gleichzeitig die Bedürfnisse berufstätiger Eltern befriedigen. So haben wir es uns in unseren Schulbauleitlinien zum Ziel gesetzt, die Ganztagsschule für alle Kinder anzustreben. Dies beinhaltet ausdrücklich den Gedanken der Inklusion. In unseren Bildungseinrichtungen soll sich jedes Kind, jeder Jugendliche, wohlfühlen können, unabhängig von seinen individuellen Talenten, Begabungen, Stärken und Schwächen. Bei der Sanierung unserer Schulen oder beim Neubau wird selbstverständlich Wert auf einen möglichst niedrigen Energieverbrauch der Gebäude gelegt. Auch hier tragen wir Veranntwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen.

Mein Ziel ist es, das attraktive, wohnortnahe und vor allem differenzierte Schulangebot im Kreis zu erhalten und die Rahmenbedingungen für die Schule der Zukunft auszubauen. Schule ist heute mehr als das blanke Vermitteln von Lerninhalten. Schule ist Lebensraum und bedarf daher unterschiedlicher Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Aufgaben.

Die Schule vor Ort

Für die ersten vier Schuljahre muss weiterhin das Motto „kurze Beine, kurze Wege“ gelten. Trotz der angespannten Haushaltslage spreche ich mich dafür aus, dass auch Grundschulen in kleinen Gemeinden und Ortsteilen erhalten bleiben und werde mich auch auf überörtlicher Ebene dafür einsetzen. Gegebenenfalls müssen kreative Wege gesucht werden, um dies zu erreichen, z.B. über die Bildung von Schulverbünden.

Zusammenarbeit in der Region

Auch wenn aufgrund der gestiegenen Attraktivität der Schulen im Landkreis die Schülerströme nach Darmstadt merklich nachgelassen haben, erfordert dieses Politikfeld ein verbessertes abgestimmtes Vorgehen. Ein gemeinsamer Schulentwicklungsplan mit der Stadt Darmstadt ist dabei der richtige Schritt. Unter Einbeziehung der aktuellen demografischen Entwicklung der Region sollen Synergie-Effekte erzielt und die Planungen verbessert werden.

Gleiches gilt für die Berufsschulen. Ausbildungsbetriebe sind sowohl in der Stadt Darmstadt als auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg zu finden, schulische Angebote im Rahmen der dualen Ausbildung sollten regional abgestimmt werden, um sie langfristig in hoher Qualität anbieten zu können. Die Bildung von Berufsschulzentren in der Region halte ich für den richtigen Weg. In die Abstimmung der Angebote der beruflichen Bildung sollte auch der Odenwaldkreis mit einbezogen werden.

Gemeinsam mit der Stadt Darmstadt haben wir uns seit 2012 auf den Weg gemacht, eine regionale Bildungslandschaft zu entwickeln. Über die schulischen Themen hinaus wollen wir uns in allen Bereichen der Bildung abstimmen – in den Angeboten der Kindertagesbetreuung ebenso wie in den Angeboten der Weiterbildung. Ich stehe dafür, dass wir auf diesem Weg möglichst viele mitnehmen.

Ganztägige Angebote an Schulen

Bereits im Jahr 2001 wurde mit dem Projekt der „Familienfreundlichen Schule“ der Ausbau der Nachmittagsbetreuung in der Sekundarstufe I an den Kreisschulen begonnen. Im Mittelpunkt steht dabei das Angebot eines Mittagsessens und die Hausaufgabenbetreuung. Dieses Basisangebot wird vor Ort in Kooperation mit den lokalen Vereinen, Verbänden und Kommunen ergänzt, um eine sinnvolle Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten. Mit der Aufnahme des Landkreises in die Pilotphase des „Paktes für den Nachmittag“ des Landes Hessen dehnen wir unser Engagement auf die Grundschulen aus. Damit wird den Eltern eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung für ihre Kinder geboten, die ich ausbauen und weiter entwickeln möchte. Perspektivisch sehe ich in der verbindlichen Ganztagsschule bis 14:30 für alle Schülerinnen und Schüler eine zukunftsweisende Schulform, die mehr als eine Betreuung nach 13.00 Uhr bietet – sie ermöglicht eine andere Organisation des Unterrichts, die eine Abwechslung von Lernphasen und Zeiten der Entspannung oder der Bewegung möglich macht und so den Bedürfnissen der Kinder entgegen kommt. Außerdem kann es Möglichkeiten eröffnen, Kinder und Jugendliche besser individuell zu fördern, ihnen Neues näher zu bringen, und mehr gemeinsames Lernen zu ermöglichen.

Mittagessensversorgung

Damit den Schülerinnen und Schüler bei ihrem verlängerten Schulalltag auch ein Mittagessen in der Schule einnehmen können, wurden in den vergangenen Jahren neue Mensen und Speiseräume an den Schulen eingerichtet. Damit auch alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von Familieneinkommen dieses Angebot annehmen können, hat der Landkreis eine Bezuschussung der Essen für bedürftige Schüler eingeführt.

Internationale Schule/Internationaler Kindergarten

Im internationalen Wettbewerb um Investitionen und qualifizierte Arbeitnehmer spielen heute immer mehr so genannte weiche Standortfaktoren eine Rolle. Mit der Gründung der Internationalen Schule und des Internationalen Kindergartens bietet der Landkreis als erster Träger eine öffentliche Schule mit Englisch als Unterrichtssprache an. Mit diesem Angebot an international mobile Familien wird die Attraktivität der Wirtschaftsregion Südhessen zusätzlich gestärkt.

Berufliche Bildung

Wir können und wollen es uns nicht leisten, dass Jugendliche unser Bildungssystem ohne ausbildungsqualifizierenden Abschluss verlassen. Daher begrüße ich das Modellvorhaben einer Produktionsschule.

Volkshochschule

Bildung hört nicht mit dem Erreichen eines Schulabschlusses auf. Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind Kernthemen für zukunftsfähige Politik. Rasante Umbrüche in der Arbeitswelt und sich überschlagende Änderungen in der Informationstechnologie machen die stete Weiterentwicklung des einmal Erlernten notwendig. In einer Wissensgesellschaft spielen der Wissenserwerb und die Vertiefung eine entscheidende Rolle und erfordert eine qualifizierte Erwachsenenbildung.

Durch das Angebot unserer wohnortnahen Volkshochschule bietet der Landkreis in über 1.000 Kursen die Möglichkeit des Kennenlernens neuer Gebiete und der Vertiefung von Schwerpunkten. Dabei wird das kulturelle, sprachliche oder kreative Angebot durch berufsbezogene Bildungsangebote, insbesondere im Bereich der Kommunikationstechnologie und die Weiterbildung neben dem Beruf, ergänzt.

Die Angebote des Hessencampus sind dabei außerordentlich wichtig. Die Bildungsberatung ist ein weiteres maßgeschneidertes Angebot, das sich an den Bedürfnissen der Kreisbevölkerung orientiert.

Bildung von Anfang an und ein Leben lang. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der ich mich im Landkreis Darmstadt-Dieburg weiterhin stellen will.

Als Landrat will ich weiterhin:

  • Attraktive, wohnortnahe und vor allem differenzierte Schulangebot im Kreis erhalten
  • Die Rahmenbedingungen für die Schule der Zukunft ausbauen
  • Den Lebensraum Schule so zu gestalten, dass Kinder und Jugendliche gern zur Schule gehen
  • Bestehende Grundschulen erhalten
  • Dass kein Kind hungrig in der Schule sitzt
  • Dass sich die Region im Sinne der Menschen besser vernetzt und abstimmt
  • Lebenslanges Lernen vor Ort weiterhin ermöglichen

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Kontakt

Über Ihre Ideen, Hinweise und Anregungen freue ich mich. Sie erreichen mich am besten per Post oder E-Mail:

Klaus Peter Schellhaas
c/o SPD Darmstadt-Dieburg
Wilhelminenstraße 7a
64283 Darmstadt

E-Mail: info@pit-schellhaas.de

Alternativ steht Ihnen das Kontaktformular unten zur Verfügung.