Kinder und Jugend

Prävention vor Intervention

Pflege und Erziehung der Kinder ist in erster Linie Recht und Pflicht der Eltern. Dieser Grundsatz ist in Artikel 6 unseres Grundgesetzes festgeschrieben. Aber uns allen, dem Staat, und in der Ausübung dieser staatlichen Rechte, auch dem Landkreis Darmstadt-Dieburg als Jugendhilfeträger, ist eine Mitverantwortung für gelingende Erziehung zugewiesen. Er hat hierbei auf sich verändernde gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen zu reagieren. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg hat dies unter meiner Verantwortung in der Vergangenheit getan und wird dies auch in Zukunft tun.

Das Netz der Kinderbetreuung wurde im Landkreis in vorbildlicher Weise ausgebaut. Hierbei habe ich von Anfang an für die Schaffung inklusiver Betreuungsmodelle geworben, in denen behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam betreut, erzogen und an Bildung herangeführt werden. Dank der aktiven Unterstützung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden, der freien Träger von Kindertageseinrichtungen und der vielen Fachkräfte, die in diesen Einrichtungen die Erfüllung dieser anspruchsvollen Aufgabe sicher stellen, ist das auch gelungen.

Es wurden Netzwerke und Angebote „früher Hilfen“ geschaffen. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Familienhebammen, die Anstöße zur Umwidmung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren und die Leistungen der im Sozialraum verorteten drei Erziehungsberatungsstellen in Groß-Umstadt, Pfungstadt und Ober-Ramstadt. Hieran gilt es anzuknüpfen und mit Vernunft und Augenmaß durch die vielfältigen Leistungen und Angebote der Jugendhilfe auch weiterhin auf gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren. Es muss daher auch künftig Ziel der Jugendpolitik im Landkreis sein, niedrigschwellige Beratungsangebote auszubauen und noch stärker im Sozialraum zu verankern. Die Zugangswege müssen kurz, die Beratungsangebote in räumlicher Nähe des Wohnorts der Eltern liegen.

Ermöglicht werden kann dies durch den Ausbau der Leistungen der Erziehungsberatung durch die Schaffung von weiteren Beratungsstellen im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Gemeinsam mit den drei bestehenden Beratungsstellen in Groß-Umstadt, Ober-Ramstadt und Pfungstadt wäre ein Netzwerk von Beratungsstellen geschaffen, welches den gesamten Sozialraum des Landkreises Darmstadt-Dieburg abdeckt. Ähnliches gilt für die Beratungs- und Unterstützungsangebote im Bereich der Grundschulen durch die beiden Zentren für schulische Erziehungshilfe an den Standorten in Mühltal und Babenhausen. Zur Unterstützung der Grundschulen wäre ein weiteres Zentrum für schulische Erziehungshilfe im Westen des Landkreises zu schaffen. Im Sinne kooperativen Handelns sind in diesem Zusammenhang aber auch die kreisangehörigen Städte und Gemeinden gefordert, gerade wenn es um den weiteren bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung geht. Um deren aktive Beteiligung werde ich daher auch weiterhin werben.

Jugendhilfe und Schule

Der Landkreis schafft durch ein ambitioniertes Schulbauprogramm moderne, den aktuellen Anforderungen entsprechende Schulen geschaffen. Und zu dieser Verantwortung stehe ich auch weiterhin. Ein Schwerpunkt und Herausforderung für die Zukunft ist aber sicherlich auch die inhaltliche Entwicklung von Schulen zu Bildungsstätten, welche Kindern und Jugendlichen das zur künftigen Lebensbewältigung notwendige Wissen und Sozialverhalten mitgeben. Hierzu gehört auch und gerade die Unterstützung von Eltern in ihrem Erziehungsauftrag und deren aktive Einbindung in schulische Entwicklungsprozesse.

Die Öffnung des Schulsystems in den jeweiligen Einzugsbereich der Schule, der Aufbau rhythmisierter Ganztagsschulangebote in einer gemeinsamen Erziehungsverantwortung von Eltern, Jugendhilfe und Schule sind politische Zielsetzungen, die es zu verwirklichen gilt. Der Ausbau kooperativen Zusammenwirkens zwischen den unterschiedlichen Akteuren über den lokalen Bildungsbeirat, die Zusammenarbeit mit der Stadt Darmstadt in der regionalen Bildungslandschaft Darmstadt/Darmstadt-Dieburg ist vor diesem Hintergrund notwendig. Dem Landkreis ist hier sowohl als Jugend- als auch als Schulträger die zentrale Steuerungsfunktion zu gewiesen, der wir uns stellen.

Notwendig ist der Ausbau der Schulsozialarbeit sowie der Leistungsbausteine der Jugendberufshilfe, der Gewalt- und der Suchtprävention. Durch die Umwidmung der Fördermittel der Kommunen und des Landkreises, beispielsweise für die „Betreuenden Grundschulen“ in eine „Ganztagsschulgesellschaft“, wäre es möglich, den Ausbau aller Grundschulen des Landkreises zu Ganztagsgrundschulen zu sichern. Auch das vorhandene Fachwissen der Fachkräfte aus dem Bereich der Betreuenden Grundschulen wäre hierdurch zu sichern.

Wie fruchtbar die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule sein kann, zeigen Arbeitsergebnisse und Anstöße aus dem im Landkreis geschaffenen ‚Lokalen Bildungsbeirat des Landkreises Darmstadt-Dieburg‘ – in dieser Form einzigartig in Hessen. In ihm finden sich regelmäßig Repräsentanten des Staatlichen Schulamtes, Schulleitungen, Bürgermeister und Fachkräfte aus Kommunen und des Kreises unter der Leitung der Ersten Kreisbeigeordneten Rosemarie Lück. Die Initiativen zur Entwicklung der Grundschulen hin zu rhythmisiert arbeitenden Ganztagsgrundschulen, zur Beteiligung am „Pakt für den Nachmittag“, zur Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit im Landkreis Darmstadt-Dieburg, entstanden aus diesem in vorbildlicher Form vertrauensvoll zusammen arbeitenden Gremium heraus.

Hieran gilt es anzuknüpfen und mit Vernunft und Augenmaß durch die vielfältigen Leistungen und Angebote der Jugendhilfe auch weiterhin auf gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren. Es ist meine Überzeugung, dass Investitionen in Familien und unsere Kinder gut angelegtes Geld sind. Es sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft, die wir nicht kaputt sparen dürfen – Und hierzu bekenne ich mich.

Kinder- und Jugendpsychiatrische Versorgung

Im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Versorgung ist unser Landkreis zweigeteilt: Der westliche Teil ist durch die Nähe zu Darmstadt und der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Riedstadt angemessen versorgt. Die diversen Leistungsangebote, zu denen ich auch das Sozialpädiatrische Zentrum an der Darmstädter Kinderklinik Prinzessin Margarete sehe, sind für unsere Bürgerinnen und Bürger in Roßdorf, Seeheim-Jugenheim oder Griesheim, um nur einige Städte und Gemeinden zu nennen, gut zu erreichen.

Im Ostteil unseres Landkreises stellt sich dies anders dar. Zuständig für die Versorgung der Kinder dieses Bereiches mit immerhin 100.000 Einwohnern ist die Institutsambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie Riedstadt mit Sitz in Höchst und eben die Psychiatrie in Riedstadt selbst, weit entfernt.

Nun hat es die Landesregierung im Zuge der Krankenhausbedarfsplanung ermöglicht, dass in Dietzenbach eine Kindertagesklinik mit einer daran angedockten Institutsambulanz geschaffen wird. In Hanau wird eine Kinder- und Jugendpsychiatrie mit 48 Plätzen entstehen. Das Versorgungsangebot für die Regionen des Landkreises Offenbach und das ‚Hanauer Land‘ wurden und werden damit entscheidend verbessert.

Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Leistungen und Angebote der Hanauer Kinder- und Jugendpsychiatrie auch von Kindern aus unserem Landkreis genutzt werden können und zumindest die Schaffung einer Außenstelle der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz Höchst im Ostteil des Landkreises Aufnahme findet in die Krankenhaus Bedarfsplanung des Landes Hessen.

In Groß-Umstadt als Standort unseres eigenen psychiatrischen Angebotes für Erwachsene, aber auch in freien Raumkapazitäten in Dieburg wäre ein solches Angebot sicherlich gut zu verorten.

Kinderschutz

Kindern und Jugendliche vor Gefahren zu schützen, sehe ich als eine zentrale Aufgabe und Herausforderung für unsere Gesellschaft. Der Landkreis steht hierbei als Träger der öffentlichen Jugendhilfe in vorderster Front – er ist als Inhaber des „Staatlichen Wächteramtes“ mit verantwortlich, Kinder zu schützen, um ihnen eine gesunde und störungsfreie Persönlichkeitsentfaltung und Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen. Dem stelle ich mich gerne und aus tiefer Überzeugung. Wenn es um den Schutz unserer Kinder geht kann es kein wenn und aber geben. Sie sind die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft und gleichzeitig unser Potenzial für die Zukunft.

In Kooperationen mit dem Kinderschutzbund und Vernetzungen mit vielen freien Trägern der Jugendhilfe, unseren Städten und Gemeinden sowie den Schulen, ist es gelungen in unserem Landkreis ein Netzwerk von Helferinnen und Helfern zu schaffen. Es freut mich, dass gerade hierdurch auch die Sensibilität für die Wahrung von Kinderrechten geschärft wird, denn allein unser Jugendamt wäre mit dieser Aufgabe überfordert. „Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen und es braucht die gesamte Gesellschaft um diese Kinder zu schützen“. Hierfür werbe ich, hieran werde ich weiter arbeiten und hieran werde ich mich auch in auch in meiner zweiten Wahlperiode messen lassen.

Als Landrat will ich weiterhin:

  • mich dafür einsetzen, dass die Leistungen und Angebote im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie noch verbessert werden
  • den Schutz von Kindern und Jugendlichen als zentrale Aufgabe sehen
  • Vernetzungen mit vielen freien Trägern der Jugendhilfe, unseren Städten und Gemeinden und den Schulen weiter fördern
  • mit Vernunft und Augenmaß durch die vielfältigen Leistungen und Angebote der Jugendhilfe auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren
  • niedrigschwellige Beratungsangebote ausbauen und noch stärker im Sozialraum zu verankern. Die Zugangswege müssen kurz, die Beratungsangebote in räumlicher Nähe des Wohnorts liegen
  • Leistungen der Erziehungsberatung durch die Schaffung von weiteren Beratungsstellen im Landkreis Darmstadt-Dieburg ausbauen
  • Schulsozialarbeit sowie die Leistungsbausteine der Jugendberufshilfe, der Gewalt- und der Suchtprävention ausbauen

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Kontakt

Über Ihre Ideen, Hinweise und Anregungen freue ich mich. Sie erreichen mich am besten per Post oder E-Mail:

Klaus Peter Schellhaas
c/o SPD Darmstadt-Dieburg
Wilhelminenstraße 7a
64283 Darmstadt

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